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Plattformismus

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Plattformismus ist ein von Exilanten der Machno-Bewegung 1926 in Paris erstmals geprägter Begriff für eine spezielle anarchistische Organisation.

Eine plattformistische Organisation hat ein gemeinsames revolutionäres Programm und eine gemeinsame revolutionäre Strategie. Die Mitglieder muessen einer freiwilligen Selbstdisziplin zustimmen. Eine plattformistische Organisation ist eine Föderation, die auf direkter Demokratie basiert und alle politischen Initiativen und Aktivitäten kommen von unten. Die Mitglieder können ihre eigenen Vorstellungen und Kritikpunkte zu allen Beschlüssen und Taktiken haben - aber wenn sie diese ausserhalb der Organisation verbreiten, muessen sie klarstellen, dass dies ihre eigenen Vorstellungen sind und nicht die der Organisation.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Idee des Plattformismus entstand aus der Notwendigeit, Außenstehenden ein deutliches Profil der anarchistischen Organisation bieten zu können, ohne die traditionellen Grundprinzipien der Anarchie Selbstbestimmung, Pluralismus und Direktdemokratie aufzugeben und sich von kommunistischen Parteien abzugrenzen, in denen die Leitung die Parteilinie vorgibt, der sich die Mitglieder anschließen müssen. Die Plattform entstand durch die Erfahrungen der russischen Anarchisten in der Oktober Revolution von 1917, die schließlich zum Sieg der Parteidiktatur der Bolschewiki statt des Selbst-Managements der ArbeiterInnen und der LandarbeiterInnen führten. Die Plattform versuchte, diese Niederlage der anarchistischen Bewegung während der russischen Revolution zu erklären. In einer umstrittenen Flugschrift veröffentlichte die Plattform Lob und Kritik der Anarchisten weltweit. Die organisatorische Plattform der liberalistischen Kommunisten wurde 1926 von der Dielo Trouda (Arbeitersache) Gruppe, einer Gruppe verbannter russischer Anarchisten in Frankreich geschrieben. Die Flugschrift ist eine Analyse der grundlegenden anarchistischen Überzeugung, der Vorstellung einer anarchistischen Gesellschaft und der Empfehlungen, wie eine anarchistische Organisation strukturiert werden sollte. Die vier Hauptgrundregeln, durch die eine anarchistische Organisation entsprechend der Plattform funktionieren sollte sind ideologische Einheit, taktische Einheit, Kollektivtätigkeit und Disziplin sowie Föderalismus.

[Bearbeiten] Die Plattform heute

Obwohl der Plattformismus einen schwierigen Start hatte, da viele bekannte AnarchistInnen ihn als den Versuch bezeichneten, den Anarchismus zu "bolschewisieren" und parteiähnlich zu organisieren, gibt es heute einige Gruppen, die sich auf diese anarchistische Strömung berufen. Plattformistische Gruppen sind u.a. Workers Solidarity Movement in Irland, NEFAC North Eastern Federation of Anarchist Communists bzw. die Fédération des Communistes Libertaires du Nord-Est in den USA und Kanada, OCL in Chile, OAE in Griechenland, AKI in der Türkei, OSL in Argentinien, FdCA in Italien, Coletivo pró Organização Anarquista em Goiás in Brasilien, Grupo Qhispikay Llaqta in Peru, ACL in Mexiko, die ORA-SOLIDARITA in Tschechien, ZACF in Süd-Afrika und die Libertäre Aktion in der Schweiz.

Eine sehr ähnliche Strömung findet sich im lateinamerikanischen Especifismo.

[Bearbeiten] Siehe auch

Organisationsplattform der Allgemeinen Anarchistischen Union (Entwurf, 1926)
Anarchistische Plattform
Especifismo
Anarchokommunismus
Klassenkampfanarchismus
Anarkismo
ZACF

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge